Neue Laufwerke zum Nulltarif gefällig?
Partionieren und/oder Substituieren
Für manche 'ein alter Hut', für manche aber neu und nützlich: Unter der sperrigen Überschrift verbirgt sich eine interessante und zu selten genutzte Lösung bei der Erstellung bzw. Nutzung von Laufwerken. Die nachstehenden Aussagen gelten für alle gängigen Betriebssysteme von DOS bis zu WinXP, OS/2 und Linux. Mit 'gehobeneren Lösungen' z. B. Toronto-Filesystem unter OS/2 ab Warp3 kann man auch mehrere Verzeichnisse und von verschiedenen physikalischen Festplatten zu einem neuen substituierten Laufwerk zusammen fassen.Partionierungen und ihre Grenzen
Partitionen sind logisch selbstständige Teile/Laufwerke einer
einzigen physischen Festplatte; sofern auf eine solche Partition ein
Betriebssystem installiert wird, hat diese Partition auch ihren eigenen
Bootsektor. Eine neue Partition ist daher zwingend für das Anlegen
eines neuen Betriebssystems (DualBoot-Lösungen halte ich eher für
labile Krücken).
Damit stellt sich sofort die Frage "Wieviel Gigabytes soll die
Partition groß sein", womit meist gemeint ist "So groß, dass alles
herauf passt, aber möglichst wenig ungenutzte Reste entstehen". Somit
ist häufig die Grundlage für ein späteres Dilemma gelegt. Tipp: Wer wie
aktuell zB. noch C:Win9x und/oder Win2k als Produktionssystem nutzt und
sukzessive auf WinXP wechseln möchte, sollte alle (bisherigen) größeren
kompatiblen Anwendungen auch bei WinXP auf Laufwerk C: installieren, da
der zusätzliche Platzbedarf unter WinXP dann nur für ein paar
Systemdateien benötigt wird. Beispiele sind Office-Anwendungen, größere
Bildbearbeitungsprogramme...
SUBSTituierte Laufwerke
SUBST.EXE J: E:\Lfw_J ENTER
Diese beiden einfachen Kommandos erstellen bereits ein neues Laufwerk J: mit folgenden Eigenschaften:
- Das Verzeichnis E:\Lfw_J kann ab sofort als Laufwerk J: angesprochen werden, und dieses Laufwerk wird im Regelfall von allen gängigen Betriebssystem-Funktionen unterstützt, ist also auch als Laufwerkssymbol im Arbeitsplatz von Win... und im Explorer ansprechbar.
- Es ist KEINE Laufwerks-Größenangabe erforderlich, dem substituierten Laufwerk J: steht der gesamte freie Platz der Partition E: zur Verfügung - umgekehrt gibt es bei substituierten Laufwerken KEIN Problem der ungenutzten Restgrößen.
Anwendungsbeispiele
Eine komplette CD nach J: kopieren können oder
andere Duplizier-Tätigkeiten; bei genügend Platz einige komplette CDs
auf (verschiedene) SUBST-Laufwerke kopieren und von dort nutzen: Wird
später der Platz auf der Partition E: knapp, aber auf Partition F: ist
noch Platz vorhanden, so wird einfach 'XCOPY E:\Lfw_J\* F:\Lfw_J\* /S
/E' gestartet und mit 'SUBST.EXE J: F:\Lfw_J' ENTER die neue Zuweisung
aktiviert [+ Löschen von E:\Lfw_J].
Auch durch das Verlagern der
Auslagerungsdatei auf eine andere Partition ergeben sich noch
Spielräume (Win386.swp bis WinME, Pagefile.sys ab WinNT).
Als Laufwerksbuchstaben kommen alle Buchstaben infrage ab dem ersten
(nicht von einem realen Laufwerk belegten) Buchstaben wie z. B. J: bis
Z:; Umlaute als Laufwerksbuchstaben sind nicht zugelassen, aber dennoch
dürften meist ca. 20 neue Laufwerke definierbar sein. Wer virtuelle
Laufwerke wie ScramDisk oder StrongDisk einsetzt, muss deren
Laufwerksbuchstaben ebenfalls aussparen - also ist am Anfang ein
Konzept der 'Buchstaben- und RealLaufwerks-Zuweisung' erforderlich.
- Als zugewiesene Verzeichnisse sind nur HAUPTVERZEICHNISSE zulässig [die also im Root liegen].
- Die SUBST-definierten LaufwerksDefinitionen 'vergisst' das Betriebssystem bei jedem PC-Start, dh. die Befehle müssen in eine Batchdatei geschrieben werden und eine Verknüpfung in den Autostart-Ordner gelegt werden [bei WinNT, Win2k und WinXP für den Anwender 'All Users']. Damit erklärt sich auch die Einschränkung, dass Anwendungen, die bereits beim PC-Hochfahren gestartet werden, NICHT auf SUBST-Laufwerken installiert werden dürfen wie zB. Treiber, Virenprüfer, Firewalls... Ausserdem wird bei manchen kopiergeschützten Spielen der Start von Festplatte nicht zugelassen.
- Mit der SUBST-'Umordnung' von 'Festplatten-CDs' und Anwendungen von E: nach G: konnte ich innerhalb einer viertel Stunde meine 2,5GB große Partition E: für WinXP freiräumen - ohne lästiges Neuinstallieren oder Neupartionieren [selbst wenn man dafür PartitionMagic einsetzt, sollte das NIE ohne vorherige Datensicherung erfolgen].
Verfeinerungen des Batches:
IF NOT EXIST E:\Lfw_J\NUL MD E:\Lfw_J
SUBST.EXE J: E:\Lfw_J
IF ERRORLEVEL 1 PAUSE
IF NOT EXIST E:\Lfw_K\NUL MD E:\Lfw_K
REM Damit wird der Batch ggf. angehalten, falls ein Fehler aufgetreten ist
Vollständiger XCOPY-Befehl für besondere Attribute bzw. leere Verzeichnisse:
XCOPY ... /K /R /E /I /S /C /H [Eselsbrücke, Dank PC-Welt].





